Montag ist nicht das Problem.
Wenn der Sonntagabend schwer wird, liegt es selten am Montag. Es liegt an dem, was du am Montag tust, und an der Frage, ob du es selbst gewählt hast.

Kennst du dieses Gefühl am Sonntagabend? Der Kopf ist schon im Büro, der Magen etwas enger, und irgendwo zwischen Tatort und Zähneputzen taucht die Frage auf: Soll das jetzt einfach so weitergehen?
Viele Menschen machen den Montag dafür verantwortlich. Ich habe das lange auch getan. Neun Jahre lang bin ich jeden Montag in einen Konzern gefahren, mit einem guten Job, einem sicheren Einkommen und einem Team, das ich mochte. Und trotzdem war da dieses Ziehen.
Der Montag ist nur der Bote.
Der Montag bringt nichts Neues. Er zeigt dir nur, wie dein Alltag aussieht, wenn das Wochenende vorbei ist. Wenn dieser Alltag nicht zu dir passt, spürst du es am Montag zuerst. Ich sehe das heute weniger als Problem und mehr als Information.
Mit dir ist nichts falsch, wenn dir der Montag schwerfällt. Vielleicht lebst du nur nach einem Programm, das du nie bewusst gewählt hast.
Sicherer Job, keine Risiken, Erwartungen erfüllen: Viele von uns haben dieses Programm früh übernommen, von Eltern, die es gut meinten, von einer Schule, die Anpassung belohnt hat, und von einem Umfeld, das sagt: Sei froh, was du hast.
Warum diese Rubrik «Thank God it’s Monday» heisst.
Ich glaube nicht, dass man den Montag lieben muss. Aber ich glaube, dass jeder Mensch einen Montag verdient, an dem er weiss, warum er aufsteht. Für mich hat sich das verändert, als ich angefangen habe, neben meinem Job etwas Eigenes aufzubauen. Plötzlich war der Montag nicht mehr nur der Anfang einer fremden Woche, sondern auch ein Tag, an dem ich an meinem eigenen Weg gebaut habe.
Ab jetzt erscheint hier jeden Montag ein kurzer, ehrlicher Impuls ohne Motivationsfloskeln, über Selbstführung, über die Programme, die uns steuern, über Entscheidungen, die wir aufschieben, und über das, was es wirklich braucht, um etwas Eigenes aufzubauen.
Drei Fragen für deinen nächsten Montag.
- Was genau macht dir den Montag schwer: die Arbeit selbst, die Menschen oder das Gefühl, fremdbestimmt zu sein?
- Was würdest du am Montag anders machen, wenn niemand eine Erwartung an dich hätte?
- Welchen kleinen Schritt kannst du diese Woche für dich gehen, unabhängig davon, wie der Montag sich anfühlt?
Du musst nicht morgen alles ändern. Ehrlich hinzuschauen kannst du aber schon heute, und oft folgt daraus eine Entscheidung, die du schon länger vor dir herschiebst.
Wenn du diesen Montag nur eine einzige Sache tun dürftest, die dich deinem eigenen Weg näherbringt: Welche wäre es?